Die Krise – ironisch gemeint…

Ein Autor in tiefer Verzweiflung. Ich krieg die Krise. Die Technik. Ich liebe und hasse sie zugleich. Mir gefällt das hier alles noch nicht. Vieles muss bald rausgelöscht und komplett überarbeitet werden. Anmerkungen wie dies hier herausgelöscht. Ich bin genervt und vergrabe mich nun in meiner Schlafhöhle. Gute Nacht liebe Welt.

Die Nachtschwärmer

Es ist wieder einer dieser Abende, an denen ich nicht weiß wohin mit mir. Es zieht mich allein ins Dunkle. Ich bin ohne Furcht. Ängste die aufkommen sollten weise ich im Innern von mir. Es ist als würde ich die Begriffe nicht kennen. Bei Rundgängen in Nachtschichten ließ ich  stets in der Großküche das Licht aus und lief gern im Dunkeln über das kalt graue Treppenhaus in die oberste Etage. Denn wenn Eindringlinge hinter mir her gewesen wären, wäre ich spurlos im Nichts verschwunden. Diesmal sind das Nichts die Seitenstraßen in denen ich mich wieder finde. Abseits des Mainstreams auf der Suche nach einer geeigneten Bar, bis ich eine finde. Eine Cocktailbar, die sich jedoch mitten im Geschehen befindet. Ein älterer Herr gewährt einem Gast vor mir Einlass. Ich lächle freundlich. Jedoch werde ich abgewiesen. Es sei zu voll. Er sagt es; als hätte er meine anfänglichen Zeilen meinen Augen ablesen können sowie ich durch das Fenster die leeren Worte von den Lippen der Gäste. Ein Paar streitet sich, eine Gruppe Jugendlicher lachen, gestikulieren wild vor sich hin. Andere wiederum strömen mir betrunken entgegen, um in die nächste Kneipe zu ziehen. Die Straßen sind voll von Ihnen. Voll von Betrunkenen. Die, die es sich leisten können betrunken zu sein, dass ich mir nicht mehr vorstellen kann. Es duftet nach Parfüm, Glühweinständen, Döner und Crepebuden. Ich laufe durch die Stadt entlang der Baumallee der Königspassage. Hier ist es ruhiger, schaue auf das künstlich angelegte laternenfunkelnde Gewässer, indessen Sterne in Wüsten Menschen Wege weisen mir jedoch als Städtler es immer ein Rätsel bleiben wird sich nach Ihnen zu orientieren. Ein Ampelmännchen unterbricht meine Gedanken, als es mich auf einen Club mit dem Namen; der Salon des Amateurs aufmerksam macht. Zuvor hatte ich von ihm gelesen. Elektronische Experimentalmusik zum Anfassen nah. Die Klänge des DJ Duos lassen Erinnerungen der Kindheit wach werden. Damals fantasierte ich Baritons, die mich in eine Fabelwelt entführten, in den Wesen ihre eigene Sprache sprachen abseits dessen was Erwachsene verstanden. Ich habe die Fantasie noch immer. Ich bin glücklich über diese Gabe, dass innere Kind in mir spielen lassen zu können. Als ich meinen Blick durch das Fenster des Clubs auf die Straße richte, sehe ich eine Gruppe von Polizisten, darunter eine Schönheit mit einem Pferdeschwanz. Zu hübsch für diesen Beruf der Straße. Fahrzeuge die im Halteverbot stehen an einem Freitag Abend ausfindig zu machen sieht nicht nach der spannenden Verbrechensbekämpfung aus, wie man sich sicherlich die Polizeiarbeit vorstellt. Um die harten Fälle zu lösen, muss man sich vermutlich erst hocharbeiten. Von der Straße ins Kriminalbüro. Ob das so ist?  Jedenfalls stehen Sie nun zu fünft um einen einzigen Wagen herum. Das ist Zeitverschwendung denke ich mir. Plötzlich betreten ein Herr und eine Frau mit roter Jacke den Salon. Ihre Aufschrift verrät, dass Sie es sich zur Aufgabe gemacht haben, Menschen davon zu überzeugen mit dem Rauchen aufzuhören als auch über die gesundheitlichen Gefahren aufzuklären. Es scheint mir sinnerfüllter als das was ich selbst tue. Die Situation zu beobachten und mich meinem Becksbier zu widmen. Während die Polizisten weiterhin die Autos registrieren werden die Punkte der Discokugel an der Wand durch Metamorphose der Lichtteilchen zu Quadraten am Boden. Sie werden zu Türen, durch die weitere Nachtschwärmer hinein strömen. Es wird voller und meine Flasche leerer. Es wird wieder Zeit der Nacht die Hand zu schütteln und aufzubrechen. –

Ich koche Kaffee auf, nehme mir einen Becher und das Buch von Dennis Lehane „Ein letzter Drink“. Ich komme ins grübeln, wie ich mich literarisch verbessern kann. Lehane hat das Buch in meinem Alter geschrieben während ich mich noch in mittelmäßigen Kurztexten übe. Auf der Suche nach einer Schreibwerkstatt führt mich ein Link zur Kunsthochschule Köln, deren Anforderungen ich nicht erfüllen kann? Ich weiß es nicht. Probieren? Laut Ratschlägen in Interviews bekannter Berühmtheiten heißt es immer wieder sich nicht beeinflussen zu lassen, seinen eigenen Weg zu gehen. Denn dieser ließe sich von anderen nicht überholen. „Take no advice“, sagt eine Ältere Dame in einem weiteren Interview, deren Name mir entfallen ist. Rückblickend daran gemessen wie ich anfing schreibe ich bereits länger und qualitativ besser. Die Zweifel über Bord des Gedanken-Schiffes geworfen lasse ich das Tablet über den Nachmittag auf dem Sofa schlummern. Es hat sich eine Auszeit nach der Suche und Recherche von Storymaterial verdient. Auf dem Weg in die Stadt fahre ich durch die gutbürgerlichen Häuserfassaden. Vorbei an schneebedeckten Landschaften. In der Silhouette eine kleine Holzhütte in der gelbes Licht brennt, das flackert. Wahrscheinlich ein Kamin. Es muss darin gemütlich sein. Dichte grau behangene Schneewolken ziehen auf während Tageslicht wieder schwindet. Vor mir ein Maserati. Er bremst ab, biegt ab in die passende Straße. Ein heller architektonischer Stil, der einer Einfahrt zu einem Schloss gleicht mit verschnörkelten Laternen davor. Ich denke darüber nach wie Mensch Geld wiederstehen kann. Wenn er täte was er liebt kommt es von allein sagt mein Vater. Ich stelle mir die Frage des Warum? Wir sollten es öfter tun. Wir werden erstaunliche Antworten finden. Ich schreibe, weil ich dann für einen Moment frei bin. Ich laufe über eine der Düsseldorfer Rheinbrücken in die Stadt als eine Glühbirnenschrift  „Willkommen in der Altstadt“ aufleuchtet. Ich finde meine Buchhandlung auf, bestelle einen großen Kaffee und fange an zu schreiben was sie in diesem Moment gelesen haben.

Suche nach Indentität

Ich bin mir noch unschlüssig was hieraus wird. Irgendwie noch verunsichert bin ich auf der Suche nach Identität. Ich ziehe zu sehr an mir. Immer angetrieben auf der Suche nach etwas größerem. Die Entspannung fällt mir schwer. Ich muss an die Luft. Ein Spaziergang wird helfen.

Eine Begrifflichkeit

Als ich meine Ausbildung in einem Vier Sterne Hotel anfing wurde an der Informationssäule ein Pfeil mit dem Hinweis auf ein Business Center angebracht. Manchmal fiel er herunter und lag auf dem Boden. So wurde ich des öfteren von der Rezeption fort geschickt. Ich nahm ihn wieder auf und steckte ihn zwischen die schwarzen feinen Gummirillen der Wand.

Unter einem Business Center habe ich mir in einem Hotel immer etwas großes vorgestellt. Etwas, dass wie der Name bereits sagt im Zentrum des Hotels aufzufinden sein muss. Als Gast denke ich an einen größeren Raum, ein Herzstück, dass der Gastgeber erfunden hat, um Geschäftsreisenden einen Platz zu bieten an dem es sich hervorragend arbeiten lässt; vielleicht sogar mit einem Blick  auf die Parkanlage. Ich denke an einen konkreten Platz, der sich zum Stadtgarten hin befinden muss. Dort wo das Wasser fröhlich aus den Fontänen des Brunnens in die Höhe spritzt und die Tropfen wie Fallschirmspringer am Blau des Firmaments in den Dunst der aufplatschenden heruntersegeln. Ich denke an einen Platz, dessen gehobener dunkelbrauner massiver Schreibtisch so viel Fläche bietet, dass sich Touchmonitore wie farbige Mosaiksteinchen in dunklen Gebilden verlieren müssen. Links davon liegt Papier bereit. Rechts davon ein schwer in der Hand liegender dennoch griffiger Kugelschreiber. Über eine Fernbedienung, die akkurat am Seitenrand liegt lassen sich Rollos und Rolladen steuern, die Leinwand herunterfahren oder Oberlichter auf Kipp stellen, vielleicht sogar auch den Beamer anstellen? Es gibt einen gefüllten Kühlschrank, eingelassen in der Schrankwand, der über schwebende Schiebetüren verfügt. Darin ist sogar ein Drucker, dessen ratternden Geräusche bei einem Druckauftrag hinter den Türen verhallen, um dessen Bediener in ihrem Workflow nicht zu stören. Ein samtweicher Teppich bringt hohe Absätze zum Schweigen. Es ist ein Raum der Entspannung und Arbeit vereint. Nicht zu vergessen ist der dezente Schreibtischstuhl. Ein italienischer Freischwinger mit Lehne oder doch der klassische Bürostuhl? An der Wand hängen keine Bilder. Der Blick soll sich in der einheitlichen Farbwand verlieren dürfen und die Fantasie darin gleich mit. Oft entstehen die Tiefen wie Formen der Ideen im befreiten Nichts. Wenn Sie auf der Suche nach einer Lösung sind, dann starren Sie ins Nichts. Ja, lieber Leser Sie sind gemeint. Es ist die unbefleckte Wand ohne Muster und Ablenkung. In der  Schrankwand hinter Ihnen befinden sich Teller, Obst und der ganze „Klim Bim“ – so möchte ich es bezeichnen dürfen, den moderne Menschen von heute zum Arbeiten benötigen. Auch der Flaschenöffner – versprochen – „Wobei ich zugeben muss, dass ich zum Schreiben noch nie einen verwendet habe?“ Ein erkennbarer Unterschied zwischen denen die Arbeiten und die, die so tun? Eins darf jedoch niemals fehlen in einem Business Center; es ist die Kaffeemaschine in der Schrankwand. Eine nicht zu verachtende Notwendigkeit, um bei Großprojekten über die Nacht, nicht der dunklen Seite zum Opfer fallen zu dürfen, dass eine verheerende Auswirkung auf die Bilanz oder nächste css Programmierung haben könnte. Oft sitzen in Business Centern bestimmt Menschen hohen Ranges wie Anwälte die Paragraphen pauken, namhafte Schauspieler zum Lernen eines Textes oder Komponisten, die über ihre Notenblätter grübeln. Besonnen und aufrichtig wie sie sind bedanken sie sich mit einem Lächeln, wenn man ihre Wünsche erfüllt. So weit zumindest meine Vorstellungen. Manche Begriffe der Hotellerie gleichen jedoch einem Dilettantismus, dass keine Superlative mehr kennt. So möchte ich ein Beispiel als Angestellter der Fachwelt einbringen. Der Begriff „Mis en Place“ bedeutet nicht viel mehr als die einfachsten Vorbereitungen zu treffen. Nicht viel mehr als Teller am Buffet aufzufüllen, das Besteck bzw. sich auf seine Station vorzubereiten. Köche bereiten dagegen ihre Posten vor. Nicht das wir uns falsch verstehen. Vorbereitungen, etwas testen oder vorerst zu kosten sind der Garant des eigenen Erfolgs. Nur klingt der französische Fachausdruck zu nobel, nein nach einem Wort, dass mir zu sanft klingt. So sanft und zuckerweich wie die Hotellerie seit langem nicht mehr ist aber hoffentlich bald wieder sein wird. Es mag bitter klingen aber die Fachlichkeit hat ihren handwerklichen Sinn verloren. Begriffe wie „Mis en Place“ haben die Note eines Weißweins im Klang dessen Ton sich in Vergangenheit einer Pepsi angenähert hat. Zurück zum Business Center in Hotels. Es ist einzig und allein die Schrankwand meiner voran beschriebenen Vorstellung mit weniger „Klim Bim“ bestehend aus einem Röhrenmonitor, einem Tower dessen Kühlergebläse die sorgfältig sortierten Geschäftsberichte vom Tisch fegen und dessen Drucker sich über frisierte Bilanzen Är Berlins auskotzt oder waren es die Mails von Middlehofff? Wenn es denn einen Eigens dafür hergerichteten Raum gibt, dann meistens ohne Fenster. Ich kann verstehen, dass Dinge die kostenfrei genutzt werden können nicht unbedingt den höchsten Komfort aufweisen müssen, aber zumindest sollten sie danach benannt werden was sie sind. Nicht mehr als eine PC Station. Denn manchmal schafft Ehrlichkeit und weniger sein einen höheren Mehrwert. Ein einziges Business Center bereitzustellen bei Veranstaltungsräumen mit einer Aufnahmekapazität von sechshundert Personen, in dem sich zehn Japaner, Inder, Koreaner oder Chinesen aufeinander, nebeneinander oder untereinander stapeln lässt mich manchmal grübeln nicht Amnesty International einzuschalten. Nicht selten kommt die „Kartoffel“ (ein Deutscher) an die Rezeption: „Entschuldigen Sie bitte. Könnten Sie bitte die Spracheinstellung im Business Center für mich ändern?“. Ich zweifle für einen Moment. „Wie hat der Chinese das vorhin geschafft?“ – Stimmt der hat geklickt und nachgedacht. Windows in chinesischer Schrift: Man stelle sich ein Quadrat vor, dass eine schiefe Sieben enthält, darüber ein schlecht skizziertes Smiley Gesicht mit einer Mütze. Daneben ein Quadrat. Zwei Klicks später habe ich mich bewusst verklickt; bitte um etwas Geduld und lasse die inzwischen länger gewordene Schlange davor etwas zappeln. Ob jemand merkt, dass ich gerade dabei bin einen Artikel von Zeit Online zu lesen. Ich luchse durch das Türfenster. Einem Geschäftsmann in der Mitte läuft der Schweiß von der Stirn. Er muss vermutlich eine Präsentation für seine Tagung drucken, die gleich im großen Saal beginnt. Ich reibe die Hände und teste die Intelligenz unserer Gäste. Kaum das Business Center verlassen sollte es nicht lange dauern bis meine Wenigkeit wieder helfen müssen würde. Kurzerhand stecke ich den Netzstecker ein und verlasse unter skeptsichen Blickes meines Gegenübers den Raum mit den Worten: „Aus Sicherheitsgründen“. Ich lache innerlich.

Die Situation ist nun gute fünf Jahre her und das Business Center hat längst seine Relevanz zum Großteil verloren. Der kostenfreie Support ersetzt durch Smartphones und Tablets. Was sonst. Dennoch bin ich heute erst Recht der Überzeugung, dass eine kleine Weinstube mit Käseverkostung in der Lobby einem eleganten Hotel besser stünde.

 

Black Friday

Ein Text den ich vor ein par Tagen anfing und nun auf die Schnelle zu Ende geschrieben habe:

Gestern lief ich wieder durch die Straßen des Black Fridays. Die Stadt in Aufruhr? Nein aber fast. Ein Strömen durch die Einkaufszeilen wie ich es lange nicht mehr erlebt habe. Ein Durchkommen nicht denkbar. Die Einkaufsläden so riesig, dass ich mich frage ob die teils überteuerten Mäntel, Jacken und Mützen überhaupt in unseren klimatischen Verhältnissen ihre Verwendung finden. Wohl kaum. Die Fotowerbung in den Schaufenstern ist kaum zu übersehen. Darauf abgebildet das neue Ideal wie jeder zu sein hat. Entweder bist du Model oder ein Nichts. Die zur Schau gestellten Portrait Fotos sind bereits der Standard in den sozialen Netzwerken. Trifft man die Leute in Realität habe ich manchmal die Vermutung, dass manche ihr Päckchen „Photoshop“ bei Douglas nicht gefunden haben. Die Begierde nach Schönheit unter Pullies und Mänteln verdecken. Ein Widerspruch in sich? Interessant. Der Einfluss von außen wird größer als der von innen heraus betrachtet. Man kann Konsum verteufeln, doch in Maßen schätze ich ihn ebenso. Aber genau das ist meistens schwer zu finden. Das passende Maß.

Was mich wundert ist der Ausspruch darüber wie schlecht es uns ginge. Meist aus den Mündern derer die H&M, C&A oder besser noch Primark füllen, die die in ihren jüngsten Jahren ihren Werdegang außer Acht lassen, deren Unterbewusstsein von der Werbung derart abartig beeinflusst wurde, dass so manches Kleidungsstück bereits bei der Auswahl auf dem Boden herumfliegt. Es wird von der Stange herunter genommen und woanders wieder hingelegt. In einem anderen Regal, wo es zuvor nicht hing. Man ist schließlich Kunde und möchte ja eventuell etwas kaufen, also darf ich das. Auch wenn Black Friday ist. Eben nicht! Die Verkäuferinnen kommen nicht hinter her. Offensichtlich überlastet. Es ist die Kehrseite, aber auch genau die Zielgruppe, die vermutlich in ihrer Freizeit ähnlich shoppen geht. Dabei möchte ich betonen, dass damit nicht alle gemeint sind. Man sagt: „Gegensätze ziehen sich an“. Ich finde das wird in den heutigen Zeiten auffallender denn je. Niedrige Löhne und aggressivere Werbung treffen aufeinander, dass schlussendlich zu Schulden führt. Der Billigkonsum auf Hochkonjunktur? Ich bin mir nicht sicher, aber etwas sagt mir, dass es sich auf Dauer nicht verträgt. Die Fressbuden des Weihnachtsmarktes auf der einen und die Shoppingschaufenster auf der anderen. An den Häuserfassaden blinkt eine Marke nach der anderen auf. So viele, dass ich das Gefühl habe, dass wir bald New Yorker Standard erreicht haben werden. Nein ich übertreibe etwas. Düsseldorf und New York? Pah.., dass ich nicht lache. Über mir singt jemand etwas die Straße entlang. Zwischen dem Weihnachtsmarktplausch höre ich über mir einen Opernsänger weihnachtliche Musik krächzen. Also nicht er selbst krächzt, eher die Plastikboxen, also die billigeren Boxen, die aus wirtschaftlichen Gründen ausgewählt worden sind und vollkommen ausreichen, um eine Burger-Horde zu beschallen.

Der beste Weg damit umzugehen? Trotz Vergünstigung einfach nur bummeln gehen und staunen dürfen.

Und ja, auch ich konsumiere.

Sisyphos und die Stadtluft

Eigentlich bin ich im Urlaub. Ich hatte mir fest vorgenommen nichts zu tun, auch das Schreiben, so schön es auch ist bleibt es anstrengende kreative Arbeit, aber nur manchmal nämlich genau dann wenn daraus eine Schreibblockade in Form einer Mauer in meinem Kopf erwächst. Doch möchte ich den Eintrag nicht missen wollen. Heute morgen kam sie wieder. Die Sehnsucht nach Tastatur und Stadt.

Ich vermisse die zwitschernden Schwalben am Morgen, die sich bei Sonnenschein und Gartenlaubgerätgebläse kopfüber an Dachpfannen hängen. Sie sind ein eingespieltes Team des städtischen Firmaments in meiner Straße geworden. Sie gehören zu uns, dennoch verpflichtend der Natur und dessen Waldwuchs am Rande des Ortes von Mettmann. Wo sie wohl hin geflogen sind? In den Süden vermutlich, dort wo es weniger kalt und regnerisch sein wird. Unter Ihnen gibt es sicherlich unterschiedliche Parteien und Neigungen, die gerne eine andere Richtung bestimmt hätten, bis sie es doch geschafft haben ihre Route festzulegen. Sicherlich wird der eine oder andere Vogel mit hängendem Kopfgefieder fluchend erneut auf dem gleichen Baumwipfel an der italienischen Riviera nisten müssen. Der Arme. Nur was die Natur von selbst schafft, schaffen wir anscheinend nicht. Wir haben gewählt, die Richtung über die Demokratie bestimmt. Sie heißt: „Aufeinander eingehen, diskutieren abwägen und die Segel setzen und zwar jetzt bald. Neuwahlen? Nein danke. Wir haben unsere Köpfe genug an euren Wahlprogrammen gerieben und hitzig miteinander diskutiert. Jetzt handelt und lasst euch leiten. Fehlentscheidungen passieren eben. Das ist menschlich. Lasst den verdammten Druck raus. Lieber zu einer Einigung kommen als ein Erstarken der rechten Parteien hinnehmen zu müssen. Wer sagt eigentlich das Parteien gewinnen oder verlieren müssen? Sie sollen Realpolitik für die Menschen in unserem Land treiben mit konkreten Lösungsansätzen wie wir unseren all-gemeingültigen Wohlstand ALLER fördern können. Nein es wird nicht besser in dem wir unsere selbst gewählten Politiker Tag und Nacht beschatten, bewerten und ausquetschen. Es sind Menschen wie du und ich und ja mit teilweise einfach viel zu viel Gehalt wie ich raushören musste, dass ein vierundzwanzig jähriger Abgeordneter der FDP satte Zehntausend Euro verdient? Ab einem gewissen Alter mit Familie im Hintergrund bei sehr sehr sehr harter Arbeit mit nachgewiesenem Erfolg eigener Projekte zur Verbesserung der eigenen Kommune würde ich den finanziellen Aspekt weniger kritisch betrachten, jedoch scheint mir das Gehalt in dem Alter für einfach zu viel. Und jetzt die ewigen Gespräche die anscheinend mehr denn je ins träumerische Nimmerland führen. Man verhandelt bis spät in die Nacht. Menschen machen sich selbst krank und die Republik gleich mit. Lasst uns doch einfach mal machen und anfangen bevor wir zu schwächeln beginnen und die eigentliche Route in die Zukunft beginnt!

Ich lief heute zur Erholung durch die Stadt. Ich brauche sie. Die Stadtluft. Hin- und wieder zum abschalten. Dabei fällt mir in der Mayerschen Buchhandlung auf, dass ich viel zu sehr fixiert bin in meiner Denke, meiner Freiheit das zu schreiben worauf ich gerade Lust habe. Ich erinnerte mich wie ich als Kind die Bücherei betrat und mit gleichen Augen jede Etage abging, dabei die Zeit verlor. So ist es heute noch. Was soll ich sagen. Es fühlt sich jedesmal fantastisch an. Genauso wie damals. Ein schwerer Weg, denke ich mir als ich die Bestseller Regale der Belletristik sehe. Als ich im Fach der Literaturwissenschaften, das Buch über tausend Jahre Literatur fand, wurde mir hingegen übel. Die Aufmache erinnerte mich an; in die Jahre gekommenen Stadtbibliotheken. (Übrigens Stadtbibliotheken sind der Plattenbau unter den Büchern. Bücher müssen frei sein und sich selbst präsentieren dürfen! Erst dann entfaltet sich die Magie des Einzelnen und die Begierde danach es aufklappen zu wollen.) Ich denke mir, was soll ich mit Vordenkern? Sie haben sicherlich vieles gesagt, woraus ich meine Lehren ziehen kann, doch sollte ich hingegen alle gängigen Bücher lesen, die für die Literatur wichtig seien, würde ich gar nicht mehr zum Schreiben kommen. Das wäre bald beinahe die real gelebte Sisyphos Tragödie. Die Anlehnungen an Sisyphos und deren metaphorischer Gebrauch der gegenwärtigen Zeit sind zugegeben ziemlich durch. Ich hingegen denke ungerne an die Vergangenheit, wühle und stöber auch nicht in Werken von Mann herum, wenn es mich nicht interessiert. Ich schreibe aus Lust und Interesse an Filmen. Ich betrachte sie als moderne Kunst des Lesens, dabei versuche durchaus die Balance zu halten zwischen Berieselung und Kopf anstrengen.

Ja das Ziel des Buches einer schweren Thematik vor Augen werde ich mit Sicherheit nicht verlieren, genauso wenig die gesammelten Gedanken in meinem Hinterkopf, die ich nicht mehr wie als Kind vorgestellt in Schubladen ablege sondern in einer kleinen schwebenden Kugel, die nur durch einen leichten Fingerabdruck meinerseits freigeschaltet meine Entwürfe an die Wand projiziert, gespeichert habe. Der Raum wechselt. Er ist Top Secret. Ein Ort unauffindbar nur in meinem Geiste verborgen. Zurück zum Text und wenigen Offenbarungen. Ich habe Angst. Nein viele Ängste, die mich hindern das zu tun was ich tun will begründet in einer Psychosomatik die mir schwer fällt doch zugleich einen Einblick gewährt über die verheerenden Folgen, dessen was ich erlebt habe und immer ein Bestandteil meiner Schüchternheit sein wird. Es ist viele Jahre her, als sie mich während des Schreibens und des Vorlesens unterm Tisch geschlagen haben. Ich, mich nicht wehrend und dem Lehrer nicht auffallend, verlor den Lustgewinn, die Neugierde wie das Interesse an unserer Sprache. So sehr, dass ich in Folgejahren mit Lesen und Schreiben negative Gefühle verband. Jetzt bricht es aus. Es ist ungeordnet und unsortiert. Manchmal brökeln Fantasien und andere fließen so still wie der Rhein durch Düsseldorf. Mir kommen modebewusste Damen entgegen. Ich mag den Anblick modebewusster weiblicher Eleganz in Wintermäntel und Schals. Sie wirken darin wie unschuldige Kokons. Wie gerne würde ich sie ansprechen und sagen: „Und was sage ich jetzt?“Ich weiß es eben nicht. Es ist nicht richtig Frauen einfach auf der Straße anzusprechen. Es ist nicht richtig ins Cafe zu gehen und einen auf „Palim, Palim hier bin ich“ zu machen. Es kommt mir lächerlich und falsch vor genauso wie der vorletzte Satz, den ich schrieb doch schlicht und ergreifend der Wahrheit entspricht und doch scheint Letzteres zu funktionieren, wenn ich manches Paar betrachte und mich nicht selten frage, wie er und sie zusammenpassen.