Grant Wood Amerikanische Gotik

Ein markant knochiges Gesicht ziert den Kopf eines älteren gestandenen Herren. Sein von Autorität und Strenge gefüllter Blick durch die Brillengläser wird von der schon fast gefühlskalten Körperhaltung verstärkt zum Ausdruck gebracht. Die Falten im Gesicht erzählen von den Lebenserfahrungen, der harten Arbeit auf den Feldern oder der Armut auf dem verlassenen Stück Land. Seine nebenstehende Tochter wirk eher lustlos. Sie ist es vielleicht leid in den frühen Morgenstunden auf den Feldern zu arbeiten. Sie scheint ihre Perspektivlosigkeit zu ahnen. Ihre Naivität und Ignoranz ihrem eigenen Schicksal gegenüber, hindert sie daran sich mit allen Mitteln dem durchstrukturierten Alltag zu wiedersetzen statt ihr eigenes noch vor sich stehendes Leben in die Hand zu nehmen. Zu hoch ist der Druck des Überlebens und der Verbundenheit innerhalb der Familie. Beide wirken bedrückend erschöpft. Der eine sein Leben in der körperlichen Arbeit hinter sich gelassen während die Tochter in dessen Fußstapfen tritt stattdessen den Mut zur Änderung in sich selbst zu begreifen. Innere Unsicherheiten rufen manchmal eine nicht bestehende Perspektivlosigkeit hervor, die die Welt chancenlos erscheinen lässt.

 

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