lebendiges Gemälde

Als im abendlichen Hafenlicht

das Treiben der Stadt erlischt

die Stadt als graue Silhouette im Nebel besticht

ihr Anblick dahinter leicht verwischt

sitzt ein Fischer schnarchend im Kegellicht

 

Plötzlich ein Vogelschwarm die Kräfte eint

das Kegellicht der Laterne zu flackern beginnt

sich kräftiger Korpus vor Angst besinnt

als in ihm der Überlebenswille keimt

 

Tosendes Gebläse lässt wässrige Zungen an jenen Hafen schnellen

die mit schäumenden Mäulern ihn Beileibe vom Stege zwingen wollen

währenddessen Musikanten sein Schicksal singen

hört der Fischer die innere Stimme erklingen

 

Von Instinkten benommen und getrieben

sich Mensch wie Vogel in Augäpfeln spiegeln

ist er angespannt standhaft geblieben

als Worte vor flimmernden Pupillen seine Denke besiegeln:

> Wenn das Leben des Einzelnen auf der Waage steht,

das Gesetz des Stärkeren zählt.<

 

Die Lektion der Urgewalt begreift

ehe er mit einer Hand zur Wange greift

Vertraute Hände waren einst über Board gegangen

hatten sich in sicheren Netzen verfangen all` ihre Kräfte bei Leibe zusammen genommen

um gefangenem Urteil zu entkommen

 

Alsbald der Überlebenswille stärker wird

der geschmiedete Satz vor flimmernden Pupillen wirkt

der Korpus inzwischen als laternenstütze fungiert

ein Krähenschrei gefährlichen Abend verziert

 

Als im abendlichen Hafenlicht

das Treiben der Stadt erlischt

die Stadt als graue Silhouette im Nebel besticht

ihr Anblick dahinter leicht verwischt

 

Die Vögel mit lautlosen Flügelschlägen von dannen ziehen

kippende leuchtende Laterne entkrallen

als graue Flecken blitzend aneinander prallen

glasige Punkte tiefe Seemannsfalten zieren

 

Kräftiger Fischer sich innerlich verspricht

den eigenen wie auch den Druck der anderen

der lebendigen starren Stadt zu ändern

zugleich eine Erinnerung erflammt:

 

>Nicht weit vom Stege entfernt

hatten vertraute Hände die Netze gespannt

hatten ihn noch vor der Flut gewarnt

als die Welle des Untergangs das Schiff entkernt.<

 

Bei verschlossenen glasigen Pupillen

sich Augen mit Wasser füllen

ein par Fische mehr sollten es werden

bis Sie ohne einen Einzigen nie wieder kehrten.

 

Als im abendlichen Hafenlicht

das Treiben der Stadt erlischt

die Stadt als graue Silhouette im Nebel besticht

ihr Anblick dahinter leicht verwischt

 

Kräftige Arme langsam erschlaffen

Lungenflügel zittrig flattern

tödliche Gedanken durch den Schädel rattern

teuflisch rote Stirn wird mächtig glühen

als markante Wangenkanten weiche Tropfen fühlen

 

Verbittert, verzweifelt, verkrampft wird er gezwungen,

sein Leben in Windeseile Revue passieren zu lassen

will sich selbst in flimmernden Szenen fassen

um die gewählt gelebte Gleise zu verlassen

 

Psyche wie Seele reflektiert wiederstrebt

der Fischer angewurzelt nun im Traume lebt

dabei am Boden zerstört zusieht

wie ihn einst die Armut in die Fischerei befiehlt

 

Nacht ein, Nacht aus, Nacht ein, Nacht aus

segelte das Segel der rauen stillen See entgegen

Stille Gewässer sind tief sprach die Furcht einst aus

als er anfing zu irren, anfing zu fischen,

anfing zu begreifen dass dies der Irrtum bereits selbst sei.

 

So zieht er noch einmal an seiner Zigarre

bis sich das Schiff als Rauchzeichen

über die dunkelblaue Farbe pusten ließe

jedoch letzter Pinselstrich

vor lauter Rauch den Gedanken überstrich

 

Als im abendlichen Hafenlicht

das Treiben der Stadt erlischt

die Stadt als graue Silhouette als graues Gemälde besticht

dessen Anblick leicht verwischt

sitzt  dahinter ein Maler träumend im Kegellicht

seines noch schaukelnden Bootes.

 

 

 

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