Axel´s Axt 6

Richard hatte sich die letzten beiden Tage frei genommen. Die Zeit verbrachte er mit seiner Familie an der See. An der Nachrichtenquelle sitzend erfuhr er von den starken Böen, den Wellen, die an  das Ufer peitschten. Der Deichsand wurde weggespült. Das hochgewachsene Schilf schwamm wie Streichhölzer an der Wasseroberfläche. Bäume entwurzelt steckten Sie in manchen Iglus als wären Sie aus Ihnen heraus gewachsen und hätten Wurzeln im Fundament geschlagen. Richard konnte zuhause den Nachrichtenbildern am Sonntagabend kein Glauben schenken. Als Sie hörten, dass der Sturm nachgelassen habe fuhren Sie zusammen in ihr Ferienort. In Niendorf angekommen war ihr Iglu verschont geblieben. Die Yachten im Hafen sahen aus als hätte das Sturmtief Axel 2.0 mit einer Axt um sich geschlagen. Axel spielte mit den Boten Schiffe versenken. Teils gekentert, auf die Gehwege oder schadenfrei in die Einfahrt eines Hotels gespült, weinten die Besitzer um ihr Eigentum. Der chaotische Anblick zog die Touristen an. So auch Richard der langsam fast in Trance sich das Umfeld ansah. Er schmunzelte etwas.  Er hoffte ein wenig auf andere Gedanken zu kommen, über die Strukturen seines Artikels in Ruhe nachdenken zu können. Der Anblick der Yachten lenkte ihn ab, bürsteten ihn regelrecht gegen den inneren Strich und ließen die sonst unrealistischen Gedanken und Formulierungen zu. Recherchierend am Fenster des Glasiglus gab er das Passwort wieder ein und öffnete die Cloud seiner Arbeit. Seine Frau Evelyn dagegen, umarmte ihn, schloss die geöffneten Fenster seines Programms und schaltete die Innenscheibe aus, als die Sonnenstrahlen auf den Wellen und dem Schnee vor Ihnen tänzelten. Sie sahen ihren Kindern zu, wie sie sich am Schnee erfreuten. Es war ihr erster Schnee, ihr erster Urlaub, ihr erster Anblick des Meeres. Richard träumte noch vor sich hin bis Cariba kurz aufhustend ihn wieder zurück ins graue Büro beförderte. Sie sah es an seinen Augen, wenn seine Pupillen in den Augäpfeln zu schweben anfingen etwas unkontrolliert vor sich hin starrten. Sie schmunzelte ihn an, während ihr Chef in der Besprechung die Themen verteilte. Es ist 08:15 Uhr und sein Tag sollte beginnen.

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