Vincents Auftrag 9

Er nahm den Schlüssel aus der Box. Die Black Box stand an einer Wand. Sie befand sich zu seiner rechten. Eine Wand die sich mit der Hand öffnen ließ. Dabei drückte er die Finger seiner rechten Hand nacheinander auf die Oberfläche und anschließend drückte er sie so fest an sie heran bis sich die Finger spreizten. Ein heller Lichtstreifen entstand an der Wand, die seine Hand blitzartig scannte bis sich die Wand  in der Mitte aufteilte. Vincent ging hindurch und fragte sich nur wie viele Türen er noch zu öffnen habe. Als er erneut vor dem nächsten Hindernis stand und flackste: „Wie viel Wände denn noch. Ich bin doch nicht im Irrgarten zum Rätsel lösen!“ Kaum ausgesprochen schoben sich die Wände mit einer Wucht zusammen, dass ein Umdrehen nicht mehr möglich war. Die vordere Wand rückte noch einmal näher, sie passten sich seiner Breite an und ließen gerade einmal Platz zum Seitwärts gehen. Er bekam es etwas mit der Angst zu tun. Ein Bücken nicht möglich ging er bis ans Ende der rechten Seite. Langsam leicht panisch zur Linken bis er in der Höhe der BlackBox sein musste. Ohne es auch nur zu ahnen fühlte er mit den Händen und Füßen, dass er in einem weiteren Raum stand. Er erinnerte sich an die Schulungen, die Berichte, das Briefing, dass man eigens für diese Station vor dem Auftrag mitgab. Sie alle wussten von dem Zugang, aber keiner konnte ihm Auskunft über das Verhalten der Wände geben die durch einen Zufallsgenerator den Zugang zum Head Quarter versperrten. So stand er da, verspürte mehr Platz, tastete an den Wänden nach einem Schalter oder einer Öffnung. Dank seines Orientierungssinns musste er entlang der Black Box wieder auf Höhe der Tür des Verhörraums sein oder doch des Empfangstresens? Diesmal konnte er sich bücken und tastete den Boden ab. Er kam sich vor wie eine Ratte gefangen in einem Versuchslabor. Er drehte sich, spürte eine weitere Öffnung, stieß auf Blech und befand sich in einem Schacht. Am Ende des Blechtunnels sah er Licht und eine Leiter die Vincent herab stieg. Weiße Streifen an den Seiten beleuchteten einen langen Gang ins Ungewisse. Er folgte ihnen, fühlte sich gleich besser wieder mehr Platz um sich herum zu haben. Verunsichert wusste er das die Polizeistation längst hinter ihm lag. Die weißen Streifen verengten sich leiteten, Vincent in eine Art Röhre. An einer runden Stahltür angelangt, erinnerten Sie eher an einen Zutritt zu einer Raumstation. Erneut drückte er die die Finger nacheinander an die Tür. Geöffnet perlten Schweißtropfen die rot durchströmte Glatze in den Nacken herab. Er zitterte vor Kälte. Er kroch hindurch alsbald sich die Tür von selbst schloss und die Sicherung einrastete. Er hatte seinen Arbeitsplatz erreicht, dachte Vincent als er das walgraue Shuttle in der Mitte des Raumes betrachtete. Eine Art Kapsel in der Form eines Hühnereis. Nur dass Vincent selbst darin Platz nehmen konnte.

Weiße Leuchten in den Ecken erhellten den Raum. Die schwarzen Wände verblassten, ebenso auch der Boden unter ihm. Leicht erschrocken befand er sich mitten im Fluss. Wasser und Fische strömten an ihm vorbei. Eins hatte die Menschheit in den Griff bekommen. Für klares Wasser in Flüssen und Meeren zu sorgen. Die Fischbestände hatten sich vermehrt und die prachtvollen Schweinswale schimmerten in ihrem Sonnenbad. Einen schöneren Arbeitsplatz konnte Vincent nicht auffinden, als er das Shuttle öffnete und auf einem lederartigen Sitz Platz nahm. Er lag beinahe im Sitz. Er klappte das Display herunter als eine Stimme Vincent begrüßte. „Good Morning Mr. Vincent. How are you doing?“

„Dear Mr. Rodney I`m fine, Good to hear you!“, erwiderte Vincent freudig die Stimme seines Kollegen aus der Zentrale zu hören.

„Please Rodney, tell me what the hell i`m doing here.“

„Just relaxing.“ lachte Rodney als er anfing in der Zentrale die Befehle entgegen zunehmen.

„Lets begin.“

„Ok Vincent I`m Ready“

„Einleiten der Versiegelung.“ Es zischte kurz als sich die Ränder der beiden Hälften enger zusammenschlossen. Rodney verstand die deutsche Sprache. Ursprünglich aus Florida kommend ist er vor Jahren nach Deutschland gezogen. Er war für die Kommunikation und Beobachtung der Kontrollräume unter Wasser zuständig. Im Schichtsystem wurden die Kontrollräume bewacht. Vincent wechselte mit Rodney hin und wieder ein par englische Floskeln, um selbst in der Übung zu bleiben. Gerne würde er sich öfters mit Rodney austauschen wollen, doch der Alltag ließ es nicht zu.

„Verstanden. Versiegelung eingeleitet.“

„Sauerstoffzufuhr aktivieren.“ Er hörte das leichte ruckeln der Schläuche unter seinem Sitz, die sich allmählich mit Luft füllten.

„Verstanden. Sauerstoffzufuhr ist eingeleitet.“ Unter dem Sitz und an den Seiten blähten sich blaue Kissen auf. Sie schützen den Insassen vor Stößen und versorgten Vincent mit Luft.

„Öffnen des oberen Fensters für die Wasserzufuhr.“

„Verstanden. Leiten die Wasserzufuhr ein.“ Soeben noch im Raum des Glaskastens die Fische betrachtet öffneten zwei Dämpfer das Fenster für einen schmalen Spalt.

„Führe zunehmende Dekompression bei steigendem Wasserspiegel durch.“

„Verstanden. Führe Dekompression durch.“

„So Mr. Rodney are you ready?“

„Yes see you later Alligator!“, lachte Rodney als ein Teil der Scheiben ein Krokodilmaul anzeigten und sich die eine Hälfte des Tores sich nach oben hin verschob und die andere nach unten hin. Als Vincent anfing zu lachen und mit Hilfe des Displays die Kapsel durch das geöffnete Maul des Krokodilbildes gleitete, folgte er den Schweinswalen. Das war typisch Rodney, dachte Vincent. Wo er kann versuchte er sich etwas scherzhaft in der Programmierung. Vincents Auftrag war eine der abgelegenen kleinen Werften aufzusuchen.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s