Londoner Hafen 24

Mason Whales stand im Londoner Hafen mit seinem wie üblichen braunen Anzug, einem schwarzen Hut tief ins Gesicht geschoben und einer schwarzen Sonnenbrille. Er rieb sich langsam aber fest die Hände. Er lächelte süffisant, nickte den Wachen auf dem Boot leicht zu, als seine Anhänger halfen die Segelyacht anzulegen. Die Sonne lugte zwischen den grauen Wolken. Juan Chico stieg aus, umarmte ihn, gab ihm wie bei jeder Begrüßung einen Kuss links und rechts auf die Wange. Eher unüberlegt vergaß Juan, dass Mason es hasste, das Mason seine mexikanisch spanische Kultur nicht kannte, wenn sich auch Männer mit einem kurzen Kuss begrüßten. Als hätten die grauen Wolken bereits Mason spüren lassen, dass etwas nicht stimmte, klärte Juan Chico ihn auf.

>>Mason es gibt da etwas, dass ich dir sagen muss.<<

>>Nein ich denke nicht, ich gehe ganz fest davon aus, dass alles glatt lief wie mit jener Operation an der Küste Afrikas und vielen anderen Kontinenten von denen ich dir lieber nichts erzählen werde. An denen es reibunglos über die Bühne ging. Mein Name ist Whales Juan. Ich bin Herrscher der Meere<<

>>Mason komm schon, wir gehen kurz auf die Yacht und trinken ein Gläschen Rum zusammen, wie einst in Havanna.<<

Mason Whales ließ sich darauf ein. Sein nervöses Gefühl alleine verlangte einen erleichternden Schluck des kubanischen Wassers. Im inneren der luxuriösen weißen Yacht nahmen sie in der Lunge Platz. Ein Bullauge ließ den Blick in den Londoner Hafen schweifen. Die Lounge vermittelte ein Gefühl von Sommer. Leider ließ sich die Jahreszeit nicht verändern. Ein Umstand den Mason nicht akzeptieren konnte. Seitdem er klein war, hatte ihm das Wetter nie in der Kram gepasst. Das Wetter verstand Mason bereits als Kind als eine Art Provokation seiner Existenz. Entsprechend gereizt setzte Mason das Gespräch fort:

>>Juan, erzähl was ist los?<<

>>Deine Yachten<<, Mason verzog bei der Betonung der Worte bereits sein Gesicht, >>sind wie fremdbestimmt von der Brücke wie von Gottes Hand zur Werft navigiert worden.<< >>Juan sieh mir die tief in die Augen. Hast du vorher bereits mal wieder getrunken?<< >>Mason, ich sage dir nur die Wahrheit, nichts als die Wahrheit. Sie fuhren auf unsere Werft zu, weg von der Brücke und standen jenen Morgen um uns herum. Dann explodierte eine der Yacht nach der anderen. Die Druckwelle sprengten die Käfige. Die Wale schwammen davon.<< Mason kochte innerlich und lief rot an. Würde Juan ihn anlügen? War das Vertrauen dahin? Sagte er die Wahrheit? Mason ballte die Faust, knallte kurz auf den Tisch und versuchte sich zu beruhigen. >>Mason aber die Yachten sind nicht das schlimmste. Die Pillen sind bereits angemarkert gewesen und schwimmen jetzt in den Meeren herum.<< >>Juan! Ich warne dich. Bring das wieder in Ordnung oder deine Familie!<< Masons Kontakt, der sich bei dem Gespräch förmlich raus hielt, nie etwas sagte,  setzte Mason über das versteckte Headset im Ohr in Kenntnis: >>Die Bedrohung der Familie ist ein Regelverstoß unseres Ehrenkodexes.<< Mason verstummte, biss sich die Zähne zusammen. >>Juan bring die Sache in Ordnung oder deine Bar bei Chico wird eine Gaststätte des Elends!<< Juan Chico verstand, warum ihn seine Frau noch mahnte, dass der Deal zu groß sei, zu gefährlich und sich überlasten würde. Mason dagegen verließ fluchtartig die Yacht, stieg in seinen Helikopter und ließ sich wegfliegen.

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