Blitzrunde

Blitzrunde – leider nicht anders möglich. In einer halben Stunde schreibe ich kurz runter was mir in den Sinn kommt. Ziel ist es, nicht mehr Halt zu machen. Die Finger tippen lassen, Wortchaos auf meinem Laptopdisplay entstehen zu lassen. So hat sich heute eine Situation bei mir ereignet, die sagen wir mal, mich aus einer tiefen Schlucht wieder herausgeführt hat. Die Schlucht des Niedergeschlagenen Schreibers, des ewig Zweifelnden mit sich hadernden Anfängers, der nicht bereit ist zu Bluten, nein ich korrigiere, nicht er selbst soll bluten, vielmehr die Finger und der Kopf darf am besten im Gedankennebel verschwinden. In mir fand eine Schlacht zwischen Tatendrang und Faulenzen statt. Ich hasse diese Momente, so sehr dass sie mich manchmal niederdrücken. Doch dann gewann ich Zuversicht, als mir das Schicksaal einen Stein der Hoffnung schenken würde, den ich dafür verwendet habe meinen inneren Schweinehund zu besteinigen, mich jener Situation aussetze, alles zu zu lassen, die lautere innere Stimme den ewig bellenden Hund übertönen soll. >>Aus! Aus!<< schreit Herrchen, als der Hund wieder ins Schlummern zurückkehrt kleiner wird und ich die Chance ergriff über ihn hinweg zu steigen, als verwandle sich der innere Pitbull, der mir Angst einflößte und mich kleiner machte als ich bin, in einen Mops dessen Anblick eher als niedlich zu bezeichnen ist. Eher lächle, mir regelrecht die Angst genommen wurde, als mir das Schicksaal einen Kugelschreiber, in dunkler Nussoptik mit eingraviertem Namen schenkte. Sie kaufte sie fürs Team. So hat ein jeder seinen eigenen, einen der schreibt und erkennbar bleibt. Ich nehme sie als Trophäe, als eine Selbstbestätigung, einen Beweis dafür, dass Gedanken einen in den Erfolg formen können, wenn man es denn innerlich spüren lässt. So verändert sich das Umfeld, die Menschen, man verändert sich selbst, wirkt authentischer und so ist bereits im Kugelschreiber, das Wort der „Schreiber“ enthalten. Wer bin ich also? Will mir das Schicksaal sagen: >>Bleibe dabei und gebe Vollgas, lasse Fantasien zu jeglicher Art egal wohin sie dich führen, aber verdammt nochmal lasse sie zu aber verschwende nicht meine Zeit.<< Doch wenn ich an jenen Artikel meiner Lieblingszeitung Die Zeit zurückdenke, denke ich an jenen Slumbewohner aus einem kleinen Dorf, der mit viel Mühe, der Wahrscheinlichkeit in einem finanziellen Desaster zu enden und aus reiner Leidenschaft einen Film drehte, der als Actionstreifen so überzogen einen Hollywood Regisseur bei Youtube überzeugte und nun mit ihm zusammenarbeitet, frage ich mich, was tun wir um endgültig aus unserer Komfortzone zu entkommen? Die Träume wahr werden lassen und uns nicht aufhalten lassen würden. Genauso wie jener beschissener Gedanke ob man in den Blog investieren solle oder nicht, spricht der Vergleich bereits Bände es doch zu tun und zu versuchen und damit es dann schön weh tut, gerne das 30€ Package monatlich, aber „Nein“ für den hohen König Storyteller könnte das wieder zu viel Geldverlust bedeuten. >>Gehts noch!<< schreit die Vernunft ins Ohr, während die Willenskraft sich noch schnell einmischen muss, diesen Artikel mit entstehen lässt. Zurück zum Kugelschreiber, ist er für mich ein Mahnmal, vielleicht der Beweis dafür dass Gedanken Materie Formen, Gedanken ausgesprochen die Welt verbessern oder wie aktuell zu sehen verschlechtern. Noch gebe ich mich nicht geschlagen. Der Tag noch jung, lässt er sich nutzen, Minutiös fürs Schreiben aufwenden, wenn nicht gleich nutze ich jeden Einzelnen, um die Grenzenlosigkeit des Prozesses, des Erlernens der Fähigkeit Schreiben zu maximieren. Der Flow, der sich stets bei mir nicht schnell genug einstellen kann öffnet manchmal Tore zu Gedanken, von denen ich nicht einmal wusste, dass ich sie hätte. Der Text geprägt von Bildern von Hölzken auf Stöcksken muss ich schmunzeln, genieße aber das rauschen der der klappernden Tastatur als seien es die Wellen, die ich einst in jüngerer Zeit am Meer vernahm, mich gleich der Frust des Wissens über ertrunkene Flüchtlinge einholt. So nah liegen sie beieinander, das verlockende Schöne, dessen man sich schlafend in der Sonne gerne hingibt doch zugleich den Tod beherbergt. Hoffnung und Verzweifelung so nah beieinander, dass ich den Kugelschreiber als ein Instrument zur Erfüllung meiner Träume und Visionen verstehe, als eine Art Zauberstab, ein Schwert, ein Messer für scharfe und kritische Töne, ein Zeichen des inneren Aufbruchs und doch zugleich die innere Kritik nach den hoffnungsvollen Worten eintritt, wie eben Ebbe und Flut. Es sind noch genau zwei Minuten, in denen ich meinen Flow noch entladen lasse, bis ich Ihn stoppe, das Endorphin und Serotonin im Maximum meines Schreibprozesses stehen. Zufall oder Wille der den Text entstehen ließ, ein Experiment, das mit dem Punkt endet, der Rundung eines Punkts aus meinem Kugelschreiber.

Kleiner Nachsatz:

Who killed Captain Alex

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s