Der Prinz und die Bildungspolitik

Manchmal spielt mir das Schicksal einen Streich. Ich verfahre mich des Öfteren auf dem Weg zu meinem eigentlichen Ziel. So auch heute. Der Grund? Mein Akku des Smartphones war leer und ich fragte in einem Jugendhaus nach der Adresse meines Ziels. Auf dem Weg zum Auto hatte ich sie mir immer wieder in den Kopf gerufen, jedoch beim Eintippen bereits jenen Fehler gemacht und eine ähnlich klingende Straße eingegeben. Das Resultat. Ich fahre 20 Kilometer am Ziel vorbei auf irgendeinen verdammten Bauernhof, auf dem sicherlich kein Science Slam stattfinden würde. Endlich angekommen stand ich da in der Menge leicht verloren jedoch froh darüber jeden Moment beginnend gut unterhalten zu werden. Die Menge bestand aus einer Horde Studenten zu denen ich ebenso gerne zählen würde. Jedoch hatte man mir meine Chancen auf Bildung verwehrt. Die Bildung nach dem Abitur war damals nicht mehr bezahlbar. Der Grund dafür waren die viel zu hohen Studiengebühren. Wer die Bildung zu Kapital werden lässt verhindert den Fortschritt der Menschheit! Ich stand also da, hörte gespannt zu als die Moderatorin bekannt gibt, dass Macron die Wahl laut aktuellen Ergebnissen gewonnen habe. Der Saal klatscht in die Hände, dessen Freude ich darüber gerne teile, jedoch mir zugleich der zweifelhafte Gedanke kommt, warum wir das Ereignis nicht als Selbstverständlichkeit ansehen sollten. Mir macht der Gedanke Angst mich nicht intuitiv darauf verlassen zu können, dass Menschen bei vorhandener wie vorliegender Geschichte und Bildung nicht schlau genug sein sollten für das richtige einzustehen. Die Gefahr des Rechtrucks wie in der Welt anzusehen wächst. Ein netter Aufkleber auf der Toilette klebt an der Tür mit den Worten: Egalite, Liberte, Fuck AFD`E…   Kurzum möchte ich festhalten, dass die Generation vor mir nicht die schlauste gewesen sein kann, denn sonst hätte es zu keiner zunehmenden Privatisierung der Bildung geführt. Zugleich möchte ich festhalten, dass das Studium nur ein Werkzeug für etwas bestimmtes sein kann doch die eigene persönliche und geistige Entwicklung im Laufe des Lebens nicht ersetzt. Sie ist kein Garant für Wohlstand und den Villen, an denen ich soeben bei leuchtenden Straßenlaternen vorbeifahre, mir vorkomme wie der Prinz von Bel Air.

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