Black Friday

Ein Text den ich vor ein par Tagen anfing und nun auf die Schnelle zu Ende geschrieben habe:

Gestern lief ich wieder durch die Straßen des Black Fridays. Die Stadt in Aufruhr? Nein aber fast. Ein Strömen durch die Einkaufszeilen wie ich es lange nicht mehr erlebt habe. Ein Durchkommen nicht denkbar. Die Einkaufsläden so riesig, dass ich mich frage ob die teils überteuerten Mäntel, Jacken und Mützen überhaupt in unseren klimatischen Verhältnissen ihre Verwendung finden. Wohl kaum. Die Fotowerbung in den Schaufenstern ist kaum zu übersehen. Darauf abgebildet das neue Ideal wie jeder zu sein hat. Entweder bist du Model oder ein Nichts. Die zur Schau gestellten Portrait Fotos sind bereits der Standard in den sozialen Netzwerken. Trifft man die Leute in Realität habe ich manchmal die Vermutung, dass manche ihr Päckchen „Photoshop“ bei Douglas nicht gefunden haben. Die Begierde nach Schönheit unter Pullies und Mänteln verdecken. Ein Widerspruch in sich? Interessant. Der Einfluss von außen wird größer als der von innen heraus betrachtet. Man kann Konsum verteufeln, doch in Maßen schätze ich ihn ebenso. Aber genau das ist meistens schwer zu finden. Das passende Maß.

Was mich wundert ist der Ausspruch darüber wie schlecht es uns ginge. Meist aus den Mündern derer die H&M, C&A oder besser noch Primark füllen, die die in ihren jüngsten Jahren ihren Werdegang außer Acht lassen, deren Unterbewusstsein von der Werbung derart abartig beeinflusst wurde, dass so manches Kleidungsstück bereits bei der Auswahl auf dem Boden herumfliegt. Es wird von der Stange herunter genommen und woanders wieder hingelegt. In einem anderen Regal, wo es zuvor nicht hing. Man ist schließlich Kunde und möchte ja eventuell etwas kaufen, also darf ich das. Auch wenn Black Friday ist. Eben nicht! Die Verkäuferinnen kommen nicht hinter her. Offensichtlich überlastet. Es ist die Kehrseite, aber auch genau die Zielgruppe, die vermutlich in ihrer Freizeit ähnlich shoppen geht. Dabei möchte ich betonen, dass damit nicht alle gemeint sind. Man sagt: „Gegensätze ziehen sich an“. Ich finde das wird in den heutigen Zeiten auffallender denn je. Niedrige Löhne und aggressivere Werbung treffen aufeinander, dass schlussendlich zu Schulden führt. Der Billigkonsum auf Hochkonjunktur? Ich bin mir nicht sicher, aber etwas sagt mir, dass es sich auf Dauer nicht verträgt. Die Fressbuden des Weihnachtsmarktes auf der einen und die Shoppingschaufenster auf der anderen. An den Häuserfassaden blinkt eine Marke nach der anderen auf. So viele, dass ich das Gefühl habe, dass wir bald New Yorker Standard erreicht haben werden. Nein ich übertreibe etwas. Düsseldorf und New York? Pah.., dass ich nicht lache. Über mir singt jemand etwas die Straße entlang. Zwischen dem Weihnachtsmarktplausch höre ich über mir einen Opernsänger weihnachtliche Musik krächzen. Also nicht er selbst krächzt, eher die Plastikboxen, also die billigeren Boxen, die aus wirtschaftlichen Gründen ausgewählt worden sind und vollkommen ausreichen, um eine Burger-Horde zu beschallen.

Der beste Weg damit umzugehen? Trotz Vergünstigung einfach nur bummeln gehen und staunen dürfen.

Und ja, auch ich konsumiere.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s