Im letzten Augenblick – Zwischenszene

Es war leicht grau am Himmel, als sich die Wolken etwas lockerten, Regen fiel von den weißen Schafswolken herunter, ein leichter Blitz, Donnergeräusche im Hintergrund, ein Kind nicht einmal zehn Jahre alt, lässt einen Stein über die Oberfläche des vor mir liegenden Teichs über die Oberfläche springen, dass sein Spiegelbild in Wellen versetzt. Es lächelt vor sich hin. Ich laufe weiter, lass es glücklich sein, als ein Mann den Steeg betritt. Es war der Mann von der Straße, ich erinnere mich genau an ihn. Er hatte gestoppeltes Haar, die Haut mit leichten Narben versetzt. Seine Frau hatte unterdessen die Teppiche im Garten ausgeklopft. Ich höre noch immer die trommelnden Schläge. Der Mann sagte einst zu mir, dass die Leute genug Geld hätten, um Fressen und Saufen zu gehen jedoch keins für ein Kehrblech fürs Auto während ich da stand und das Auto frei kratzte. Der Schnee hatte sich in der Nacht an der Windschutzscheibe fest gefroren. Nun sahen wir uns wieder. Im Gerichtsaal. Die schweigende Menge gebannt um uns herum, wartend auf die so lange verborgene Wahrheit. Die Gemeinde verlangt Klarheit über das was an jenem Tag geschehen war, auf dem Kornfeld des Nachbars Feld. Was hatte er damit zu tun? Wieso ausgerechnet er, der der sich als freundlich und hilfsbereit erwiesen hatte? In seinem Haus befand sich ein Stück Papier, dass nicht zu ihm gehörte, als sich ein Schuss in seinem Vorgarten gelöst hatte und die Frau da lag, unschuldig hineingezogen in einen Konflikt mit dem sie nichts zu tun hatten. Er drehte sich um, hastete los um ihr ein letztes Mal in die Augen zu sehen, doch zugleich derartig kühl, wie sie ihn im letzten Augenblick im ganzen Leben nicht gesehen hatte, als öffnete sie jetzt erst ihre Augen und jetzt erst konnte sie erkennen, wer er eigentlich war. Erst jetzt verstand sie seinen teils abwesenden Blick, wenn er von seinen teils nächtlichen Aufträgen wieder kam und ihr immer zu die vermeintliche Wahrheit beteuerte, einen Job bei einer Sicherheitsfirma aufgenommen zu haben. Daraufhin die Rente sich erhöht hatte, seine Gesundheit dagegen in den letzten Jahren darunter litt. Ihr Leben war nur eine Farce gewesen. Er der in den Bund der Liebe getreten war und ihr die Treue schwor, doch nicht mehr Wert war als die Asche seiner Kippe die er nach zahlreichen Deals im Hafen mit der Familie hatte.  Sie erinnerte sich an ihren ersten Tanz in jenen karibischen Inseln, als Tänzerinnen leicht bekleidet, der entsprechenden Kultur angemessen, im Hintergrund die Gäste an Tischen und Bänken unterhielten. Es war ihr erster gemeinsamer Urlaub im Ausland, dass sie sich jahrelang nicht hatten leisten können. Erst jetzt erkannte sie mit einem leichten kribbelnden Schlag im Herzen, einen Wendepunkt, weit in die Ferne der Jahre gerückt, der ihr Leben durch Leben anderer einen Luxus beschert hatte, den sie sich hätten nicht leisten können.

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